Zu William T. Stead könnte man viel erzählen, zur Titanic auch. Beschränken wir uns also auf ihre gemeinsame Geschichte: Stead - gerade auf dem Weg zu einem Friedenskongress in New York - starb beim Untergang der Titanic.
Um Stead und die Titanic ranken sich viele unterschiedliche Geschichten (auch die Mumien-Geschichte ist nicht schlecht: http://www.titanicandco.com/curse.html). Einige Quellen berichten davon, dass er, nachdem alle Rettungsboote im Wasser waren, sich mit einigen anderen in den Rauchersalon der Ersten Klasse zurückgezogen und dort in einem Sessel ein Buch gelesen habe, andere wollen ihn auf einem Rettungsboot gesehen haben. Seine Leiche jedenfalls wurde nie gefunden.
Nunja und dann war da noch Stead, der von sich selbst behauptete, er sei es gewesen, der die Band dazu animiert hatte "Näher mein Gott zu dir" zu spielen. Stead? Ja, genau! Denn als praktizierender Spiritualist ließ es sich Stead natürlich nicht nehmen, wenige Tage nach seinem Tod mit einem Medium Kontakt aufzunehmen:
"Ich entbiete Euch allen in Liebe meinen Gruß! Ich freue mich sehr, unter Euch zu sein. Ich bin ganz frei. Also bitte, betrübt Euch meinetwegen nicht. Denn ich bin Euch ja so nahe und es würde mir dies nur schaden. Gott sei Dank, dass alles vorüber ist. Ich hatte nicht zu leiden, befand mich im Gegenteil in einer so begeisterten Stimmung wie niemals im Leben. Ich fühlte einen richtigen geistigen Impuls. Das Verlassen meines Körpers spürte ich gar nicht. Wie leicht ist es doch! Ich entsinne mich, vom Deck hinab ins Wasser gesprungen zu sein. Als ich dann im Wasser lag, kam mir dies kaum zum Bewusstsein. Ich erinnere mich nur, dass ich blind um mich gegriffen habe, wobei mir etwas in die Hände kam. Aber ich hatte keine Leiden zu erdulden. Nach einigen Augenblicken der Betäubung hatte ich das Gefühl, frei zu sein, sah mich aber umgeben von Zuständen, die das Herz des stärksten Mannes erbeben gemacht hätten. In meinen Ohren ertönte noch immer der Refrain.- 'Näher mein Gott zu Dir'. Ja, das war ja das Lied, das ich selbst vorgeschlagen hatte und das infolgedessen in den letzten Augenblicken an Bord gespielt wurde. Ach, diese armen Seelen, die keine Ahnung davon hatten, wo sie sich befanden. Ich suchte sofort, ihnen zu Hilfe zu kommen. Es war eine schwere Arbeit für mich und ich stehe unter dem Eindruck, dass ich hier ein sehr tätiges Leben zu führen haben werde. - Ich möchte Euch allen noch für die viele Hilfe danken, die Ihr mir habt zukommen lassen, seit ich aus meinem Körper heraus bin.... Ich kann nicht mehr sagen und möchte nur noch an Mr. Blackwell die Bitte richten, dass man mich so bald wie möglich fotografiert."
(mehr dazu hier: http://www.parapsychologie-online.de/titanicstead.html)
Seine Tochter, die ebenfalls von sich behauptete mediale Fähigkeiten zu haben, publizierte einige Zeit später ein ganzes Buch (inklusive Vorwort von Arthur Conan Doyle) über den Weg Steads vom Bord der Titanic zur "Blauen Insel". Dort findet sich dann auch ein "Bild" des Stead-Geists:
http://archive.org/stream/blueislandexperi00stea#page/n9/mode/2up
In der Tat ziemlich Stead-mäßig klingt der folgende Satz
"Oh, how badly I needed a telephone at that moment. I felt I could give the papers some headlines for the evening."
Bei all diesen Mitteilungen, scheint es dann schon fast gar nicht mehr verwunderlich, dass Stead natürlich auch schon vor dem Untergang eine Kurzgeschichte über den Untergang eines Schiffes schrieb und allgemein in seiner Zeitschrift, der "Review of Reviews" eine gewisse Vorliebe für Schiffsbruch-Meldungen hatte.
Die Geschichte, mit dem Titel "How the Mail Steamer went down in Mid Atlantic by a Survivor" die in den lezten Tagen immer wieder gerne im Kontext von Titanic-Vorahnungen auftaucht, findet sich übrigens hier: http://www.attackingthedevil.co.uk/pmg/steamer.php
Mehr zu Stead und der Titanic findet man hier:
http://www.attackingthedevil.co.uk/titanic/index.php
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