Mittwoch, 8. Februar 2012

Coding in the Humanities / Alt-AC

Die Frage welche technischen Skills Studentinnen und Studenten geisteswissenschaftlicher Fächer im Rahmen ihres Studiums erwerben sollen, wird bei uns noch wenig diskutiert.
Ich hab gelegentlich das Gefühl, dass man allgemein schon sehr froh ist, wenn die gängigen Datenbanken bekannt sind und auch genutzt werden.
Das Nutzen von Literaturverwaltungsprogrammen wirkt in der Tendenz schon ziemlich nerdig.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass es uns gut tun würde, würden wir uns mehr mit technischen Fragen beschäftigen, bzw. deren Vermittlung auch in der Lehre auf dem Programm stehen würde. Ob man dann selbst programmieren können sollte, oder wenigstens weiß wie programmieren funktioniert, wäre dann zu diskutieren. Man muss ja nicht gleich alles können, aber vieles würde man vermutlich besser verstehen und die Hemmschwelle, um neue Dinge auszuprobieren wäre vielleicht geringer.

Umso erfreulicher, dass man zum Beispiel in der Schweiz gerade eine Ausschreibung gestartet hat, die zum Ziel hat, neue Formen digitaler Geschichtsschreibung zu unterstützen. Und vielleicht beteiligen sich ja auch Studierende daran.
http://www.infoclio.ch/de/node/25871

Und so klingt die Diskussion gerade in den USA:
http://edwired.org/2011/09/14/coding-in-history-education
http://blogs.nitle.org/2012/01/31/can-humanities-undergrads-learn-to-code/
http://blogs.nitle.org/2012/02/02/more-coding-for-humanities-undergrads/

Praktischerweise könnte mit solchen Skills nämlich auch ein ganzer neuer Berufszweig entstehen, der derzeit in den USA und Alt-AC vermarktet wird. Derzeit überlassen die HistorikerInnen dieses Feld nämlich auffällig desinteressiert vielen anderen Berufsgruppen.
http://mediacommons.futureofthebook.org/alt-ac/
http://hastac.org/blogs/ecornell1/2011/12/05/alt-acsuccess

Wäre doch mal was, in Zeiten solch "rosiger" Aussichten in der "richtigen" Wissenschaft:
http://www.taz.de/!86786/

Kommentare:

  1. Dariah-de beschäftigt sich recht ausführlich mit der Lehre digitaler Methoden und Techniken in den Geisteswissenschaften: http://de.dariah.eu/

    Zu den ersten Ergebnissen gehört auch eine Broschüre über Studiengänge in diesem Bereich (im deutschsprachigen Raum): http://www.cceh.uni-koeln.de/dh-degrees-2011
    (wenn diese Seite eine Kontaktadresse oder ein Impressum gehabt hätte, hätte ich auch gerne eine papierne Broschüre in die Post gegeben ...)

    Man muss vieleicht unterscheiden, zwischen der sehr aktiven internationalen Community der "Digital Humanities", die auch in der Frage der curricularen Einbindung digitaler Methoden und Techniken in die Studiengänge schon recht weit fortgeschritten ist, und der "Digital History", bei der sich auch viel tut, die aber insgesamt schwächer ist und teilweise auch in der zuerst genannten Community aufgeht ...

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  2. Ganz herzlichen Dank für den Hinweis auf die Brochüre, die ausgesprochen hilfreich ist.
    Absolut einverstanden bin ich auch mit der Differenzierung zwischen Digital Humanities und Digital History. Gerade im Anbetracht der Entwicklungen auf breiterer Ebene ist es doch interessant, dass die Geschichtswissenschaft sich da in der Tendenz doch etwas zurückhält. Zwar bestätigen immer mehr Ausnahmen die Regel, aber ich denke schon, dass man noch einige Zeit lang sein Geschichtsstudium absolvieren kann, ohne mit digitalen Fragestellungen konfrontiert werden zu müssen. Bleibt zu hoffen, dass wenn man sich aber explizit mit ihnen beschäftigen will, auch das Angebot dazu da ist. :-)
    Umso wichtiger, dass es solche Institutionen wie das CCeH gibt.

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