Dienstag, 13. März 2012

google kooperiert mit Otlets Mundaneum

http://www.nytimes.com/2012/03/13/technology/google-to-announce-venture-with-belgian-museum.html?_r=1&src=tp

Wie die New York Times gestern berichtet hat, plant google eine Kooperation mit dem Mundanuem-Museum in Belgien.
Otlet hat in den letzten Jahren eine sehr interessante Renaissance erlebt, die ihn mittlerweile als "Erfinder" des Internets darstellt. Wie es scheint, will google sich nun auch mit seinem Vorfahr beschäftigen und sei es nur, um "to demonstrate that it [google] is a friend of European culture, at a time when its services are being investigated by regulators on a variety of fronts."
Das wird bestimmt ein interessantes Projekt und vielleicht kümmern sie sich ja auch um das eigentliche Gebäude. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass google damit mehr im Sinn hat, als nur gute Stimmung in Europa zu verbreiten ...

Hier noch ein kleiner Film:

Montag, 12. März 2012

Noch mehr alte Töne: Volta Laboratory Collection

http://blogs.loc.gov/loc/2012/03/unlocking-sounds-of-the-past

Nachdem ich gerade eine Edition alter Aufnahmen von Komponisten und ihren Werken gefunden habe:
http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Creators-Komponisten-spielen-eigene-Werke-am-Klavier/hnum/4555740
kommt nun auch noch aus der LoC die Meldung, dass sie sehr alte Bestände aus Bells Volta Laboratory restaurieren.

Darunter auch "Mary had a little Lamb"- der Anfang eines populären amerikanischen Lieds  (http://youtu.be/u_K9hFxSvDM) und gleichzeitig berühmter erster von Edison aufgenommener Satz (http://youtu.be/fnGsHx7QD2o). Interessant, dass  mit Bell auch die Konkurrenz diesen Satz benutzte.
Noch interessanter ist jedoch, dass auch hier wieder genau die Sachen rausgehört werden konnten, die heute noch bekannt sind, während eher abstraktere Mitteilungen nicht eindeutig aufgelöst werden können. Mehr dazu hier: http://www.geschichtsweberei.blogspot.com/2012/03/bertha-vs-bismarck-oder-wie-wir-lernten.html

Botticelli, BMI und Photoshop

http://www.annautopiagiordano.it/venus-ita.html

Die digitale Nachbearbeitung von Models gehört heute ja schon zum Standard, aber auf dieser netten website sieht man, was passiert wäre, hätte es in der Renaissance das heutige Schönheitsideal und Photoshop gegeben.
Und bei Heidi in GNTM würden die "bearbeiteten" Mädels wahrscheinlich immer noch kein Foto bekommen ...

Donnerstag, 8. März 2012

FRUS e-book initiative

http://history.state.gov/historicaldocuments/ebooks

"The Office of the Historian at the U.S. Department of State is pleased to announce the release of its Foreign Relations of the United States (FRUS) series in a new e-book format that is readable on popular electronic devices such as the Amazon Kindle and Apple iPad."

Freitag, 2. März 2012

Bertha vs. Bismarck, oder: wie wir lernten das Gramophon zu lieben

Vor ein paar Wochen haben gleich zwei alte Tonaufnahmen prominenter Personen für einige mediale Aufmerksamkeit gesorgt.
Zum einen eine Aufnahme aus dem Jahr 1889, in der Bismarck einige Verslein aufsagt, darunter auch die Marseillaise (sic!).
http://youtu.be/czko31-6O8I
Zum anderen eine Aufnahme von Bertha von Suttner aus dem Jahr 1904, also 15 Jahre später:
http://www.mediathek.at/ueber_die_mediathek/schnelltonseiten/die_stimme_von_tante_boulotte

Nun hat Bertha von Suttner ziemlich Pech gehabt. Im Gegensatz zu Bismarck, bei dessen Aufnahme man ziemlich sicher ist, zu verstehen was er sagt, hat ihre Aufnahme ziemlich gelitten. Trotz Bemühungen zur digitalen Aufbesserung und einer Crowdsourcing-Aktion ist man sich noch nicht so ganz sicher, was sie denn nun wirklich sagt. (Die entsprechende Facebook-Diskussion findet man hier: https://www.facebook.com/Mediathek)

Eher zufällig kam mir diese Woche dann Jonathan Sternes Buch "The Audible Past. Cultural Origins of Sound Reproduction" in die Hände, das ich gerne jedem empfehlen möchte, der sich für solche Sachen interessiert. Sterne widmet nicht nur ein ganzes Kapitel der Funktion von Tonaufnahmen als "Resonant Tomb", sondern entwickelt auch eine interessante These zum Verhältnis, Mensch - Aufnahmegerät, die auch im Kontext von Bismarck und Bertha von Suttner interessant ist:

"But, in the process of creating and testing a machine designed to reproduce sound as souch, certain types of sounds were privileged as ideal testing material - specifically easily recognizable forms of human speech. (...) Rhymes, popular quotations, newspaper headlines, queries as to the effetiveness of the transmission (such as "Can you hear me?"), and instructions for action were among the most commonly used "tests" for reproudibility." (S. 247)
"Considere in retrospect, the fascinating aspect of automated reproduction is not in the machine's automatic fundction, as is often noted. Instead, what is truly fascinating is the automatic response of the speakers and listeners: to help the machine. (S. 251)

Würden wir Bertha von Suttner also besser verstehen, wenn sie die Marseillaise gesprochen hätte (was zugegeben, noch absurder als bei Bismarck gewesen wäre ;-) ), oder wenigstens vielleicht Schillers Ode "An die Freude"? Wir wissen's nicht. Interessant ist aber, dass auch 150 Jahre nach der Erfindung des Gramophons, in digitalen fast-alles-ist-möglich Zeiten, die Faszination und die Hilfsbereitschaft gegenüber den alten Aufnahmen weiterhin Bestand hat.

Donnerstag, 1. März 2012

Gendered Lego Advertising Remixer

Für alle, die es verpasst haben:

Es gibt jetzt eine neue Lego-Variante: Lego-Friends. Extra für Mädchen. Und von der SZ gleich zum "Gender-Ghetto in Pink und Lila" erklärt. (Mehr dazu auch hier: http://geekchicks.de/2012/02/09/lego-nur-noch-fur-jungs-cool/)
Da das ganze umfassend erforscht wurde, bevor es auf den Markt kam, scheint es wohl Mädchen zu geben, die damit lieber spielen als mit Burgen, Raumschiffen, oder gar Lego-Technik - auch wenn ich persönlich das fast nicht glauben mag ;-)
Vielleicht bauen auch alle solche Sachen: http://www.flickr.com/photos/nabii/6812390737/in/photostream/lightbox/

Aber es gibt Abhilfe:
Um das (gefühlte) Gender-Gleichgewicht wieder herzustellen ;) , gibt es - html5 sei Dank - nun die Möglichkeit die Lego-Friends Spots mit dem "normalen" Lego Sound (oder auch umgekehrt) zu mixen.
Nämlich hier:
http://www.genderremixer.com/lego
Toll!

;-) ;-) ;-)

Old Maps online

http://www.oldmapsonline.org

"This innovative search engine allows users to search through map catelogues across a number of institutions in a geographical way. Users will no longer have to spend time identifying which institution might hold the maps they want to view, as for the first time the holdings of individual map libraries are presented together in a single interface. Initial map holdings come from the David Rumsey Map Collection, The National Library of Scotland, The British Library, the Moravian Library and the map collection of A Vision of Britain through Time and more will be added over the coming months. Anybody interested in contributing maps from their own collection should see the contribution page of the website for further details."

Collusion: Who's tracking you

http://www.mozilla.org/en-US/collusion/

Mit Collusion, einem neuen experimentellen add-on für den Firefox, kann man sich anzeigen lassen, wer einen im Netz so alles verfolgt.